
Am 09.10.2026 um 14:15 Uhr
Referent: Dr. Olivia Höfer I Freiburg, DE
Oberkieferdefekte nach Tumorresektion beeinträchtigen Phonetik, Mastikation und Erscheinungsbild erheblich und wirken sich damit negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Die maxillofazial-prothetische Rehabilitation spielt eine zentrale Rolle in der Wiederherstellung oraler Funktionen und sozialer Teilhabe, insbesondere wenn ein chirurgischer Defektverschluss nicht möglich oder nicht gewünscht ist.
Darstellung unterschiedlicher prothetischer Versorgungsstrategien und klinischer Herausforderungen beim Defektverschluss von Oberkiefer- und Gaumensegeldefekten.
Anhand zweier klinischer Fallbeispiele werden verschiedene Möglichkeiten des prothetischen Defektverschlusses sowie deren Grenzen dargestellt. Ein Patient mit ausgedehntem knöchernen Oberkieferdefekt nach Osteosarkom (regio 12–24) wurde mittels Silikonobturator und teleskopierender Teilprothese rehabilitiert. Eine Patientin mit Weichgewebedefekt des rechten Gaumensegels nach Oropharynxkarzinom bei intaktem knöchernem Gaumen wurde mit einer Obturatorprothese versorgt.
Defekte des harten Gaumens können sowohl durch Obturatorprothesen als auch durch Silikonobturatoren funktionell suffizient verschlossen werden. Schwierigkeiten ergeben sich insbesondere bei reduziertem Vestibulum oder ausgeprägten Narbenzügen, da hier die Randdichtigkeit und Retention eines Silikonobturators eingeschränkt sein können.
Bei Defekten des Gaumensegels und der Uvula ist aufgrund fehlender retentiver Strukturen ein stabiler Halt eines Silikonobturators häufig nicht erreichbar. In diesen Fällen stellt die Obturatorprothese die Therapie der Wahl dar. Eine funktionelle Langzeitabformung ermöglicht die Integration der physiologischen Bewegungen des Gaumensegels in die prothetische Gestaltung und reduziert das Risiko von Druckstellen und schmerzhaften Läsionen.
Die Wahl des geeigneten prothetischen Defektverschlusses hängt entscheidend von Lokalisation, Ausdehnung und Gewebebeschaffenheit des Defekts ab. Während knöcherne Gaumendefekte häufig mit Silikonobturatoren versorgt werden können, erfordern velopharyngeale Defekte in der Regel eine funktionell gestaltete Obturatorprothese. Eine individualisierte Planung ist essenziell für eine langfristig stabile und funktionell erfolgreiche Rehabilitation.

