I.A.S.P.E.

Int. Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik e.V.

  • Vortrag

Am 09.10.2026 um 11:15 Uhr

(V-1) „Ein Update zur Ausbildung von Prothetikern/Epithetikern in Großbritannien; Eine Chance für ausländische Absolventen

Referent: Jason Watson I Nottingham, UK

Zusammenfassung:

Die Ausbildung zum Epithetiker/Prothetiker wurde 2012 in Großbritannien zu einem strukturierten, postgradualen, staatlich geförderten Wissenschaftsprogramm weiterentwickelt. Diese Änderungen wurden im Zuge der Überprüfung der wissenschaftlichen Ausbildungswege im Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) durch die Regierung eingeführt. Bisher fand die Ausbildung innerhalb des Laborsystems statt. In der Regel wurde ein Mitarbeiter ausgewählt, der sich von der Zahntechnik zum Epithetiker/Prothetiker weiterbilden wollte. Das neue System ist ein strukturiertes, formales, prüfungsbasiertes, vom Gesundheitsministerium über die regionalen Gesundheitsbehörden finanziertes, dreijähriges Master-Studium (MSc) für Wissenschaftler. Die Studierenden absolvieren in einem Krankenhaus drei Jahre praktische/klinische Ausbildung parallel zu ihrem akademischen Studium. Die Ausbildung wird anhand eines kompetenzbasierten Bewertungssystems beurteilt, ähnlich der medizinischen Ausbildung in Großbritannien. Die Bereiche Fertigung und klinische Versorgung werden von den NHS-Ausbildern, die akademische Forschung und das Fachwissen von der Universität bewertet. Es wird der Aufbau des Programms erläutert, unsere bisherigen Erfahrungen in Nottingham dargestellt, Änderungen, die derzeit umgesetzt werden, sowie mögliche Bewerbungsmöglichkeiten für ausländische Absolventen für das Programm aufgezeigt.

Referent: 

  • Jason Watson
  • Bio:
    Meine Ausbildung absolvierte ich in Sheffield (1991–2002); heute leite ich die Abteilung am regionalen Zentrum für Onkologie und Schwerstverletztenversorgung des Nottingham University Hospitals Trust (seit 2002). Seit 2004 engagiere ich mich in der Entwicklung der additiven Fertigung und des 3D-Drucks. Im Jahr 2005 erhielt ich erfolgreich Fördermittel (900.000 £) für die Entwicklung von 3D-Design-Tools in der Gesichtsprothetik und führte 2008 als Erster den hausinternen 3D-Druck in einem britischen Krankenhaus ein.
  • Ich habe den Berufsstand durch zahlreiche nationale Aus- und Weiterbildungsinitiativen unterstützt und war 16 Jahre lang in verschiedenen Funktionen – unter anderem als Vorsitzender – im Rat des britischen Berufsverbands IMPT tätig. Es war mir eine große Ehre, von Professor Federspiel die Ehrenmitgliedschaft der IASPE für meine langjährigen Beiträge zu deren Veranstaltungen entgegenzunehmen.
  • Ich gehörte zum Autorenteam für den MSc-Studiengang „Reconstructive Science“ (2010–2012) und war maßgeblich an der Finalisierung des „Scientist Training Programme“ in Großbritannien beteiligt. Zudem fungierte ich als leitender Autor für das klinische Promotionsprogramm (Clinical Doctorate) sowie den Ausbildungsweg zum leitenden Spezialisten (Consultant) im Bereich „Reconstructive Science“ (2016–2017). Ich habe mehr als 25 begutachtete Fachartikel und Buchkapitel veröffentlicht. Als erster auf Kiefer- und Gesichtsprothetik spezialisierter Fachmann hielt ich 2021 die renommierte „President’s Lecture“ auf dem Kongress der British Association of Oral & Maxillofacial Surgeons. Zudem war ich der erste britische Spezialist auf diesem Gebiet, der sowohl die neue Prüfung für klinische Wissenschaftler als auch den Ausbildungsweg zum „Consultant Clinical Scientist“ in der „Reconstructive Science“ erfolgreich absolvierte. Bislang haben nur zwei britische Spezialisten für Kiefer- und Gesichtsprothetik beide Verfahren erfolgreich durchlaufen.
  • Ich halte Vorträge bei nationalen und internationalen Fortbildungen für Chirurgen, Epithetiker, Prothetiker und Wissenschaftler. In jüngster Zeit habe ich die Initiative geleitet, unsere fachliche Basis von einem reinen Schwerpunkt in der Zahntechnik hin zu einem breiteren Fundament aus Wissenschaft und Ingenieurwesen zu erweitern. Ich bin davon überzeugt, dass dies die Zukunft ist; wir müssen uns an den Wandel anpassen, um den Anforderungen unserer Patienten und Nutzer gerecht zu werden. Dazu gehört eine breiter aufgestellte, digital orientierte Belegschaft mit vielfältigen Kompetenzen, die über unsere traditionellen Ausbildungswege hinausgehen.

Einrichtung / Institut / Klinik: 

  • Nottingham University Hospitals Trust 
  • Queens Medical Centre 
  • Maxillofacial Department 
  • Nottingham UK

Andere Programmpunkte: