
Am 19.10.2026 um 15:00 Uhr
Referent: Team Wille I Iserlohn, DE
Die implantatlose Versorgung komplexer Gesichts- und Halsdefekte stellt in der chirurgischen Prothetik und Epithetik weiterhin eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere bei sensiblen anatomischen Situationen oder eingeschränkten chirurgischen Möglichkeiten sind individuelle Retentions- und Versorgungskonzepte erforderlich, um funktionell stabile und alltagstaugliche Ergebnisse zu erzielen.
Anhand zweier klinischer Fallbeispiele – einer Tracheostomaversorgung sowie einer Nasenepithese nach Tumorresektion – wird gezeigt, wie implantatlose Defektversorgungen durch individuelle Modelloptimierung realisiert werden können.
Im ersten Fall führte eine chirurgische Repositionierung der Trachea dazu, dass eine konventionelle Abformung mit Standardkanüle die Anatomie erheblich deformiert hätte und somit keine ausreichende Grundlage für eine präzise Versorgung bot. Durch die Nutzung eines CT-Datensatzes konnte die Epithesengeometrie digital rekonstruiert und an die individuellen anatomischen Gegebenheiten angepasst werden.
Im zweiten Fall bestand nach Teilresektion der Nasenmuschel ein komplexer, teilweise geschlossener Defekt, bei dem eine konventionelle Abformung aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Auch hier erfolgte die Modellierung der Epithese auf Basis digitaler Bilddaten.
Die Fallbeispiele verdeutlichen, dass digitale Verfahren eine wertvolle Unterstützung bei der Planung und Umsetzung implantatloser Versorgungen darstellen können. Insbesondere bei komplexen anatomischen Situationen ermöglichen sie eine funktionell optimierte und patientenindividuelle Versorgung auch ohne implantatgetragene Retention.
