I.A.S.P.E.

Int. Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik e.V.

  • Vortrag

Am 09.10.2026 um 16:30 Uhr

(V-13) „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Chirurgischen Prothetik und Epithetik“

Referent: Sylvia Dehnbostel I Celle, DE

Zusammenfassung:

Von der Antike zur Rekonstruktion der Gegenwart (2026) mit erreichter Präzision und Personalisierung alloplastischer Versorgungen nach Chirurgischen Interventionen – zu komplexen Versorgungen und einer möglichen Zukunft mit Biologisierung und KI–Anwendungen – eine Zeitreise bietet uns die Brücke zum Verständnis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Fachbereich der „Chirurgischen Prothetik und Epithetik“. Eine sichere Fixation von epithetischen Versorgungen konnte erst in den 80er Jahren mit der Entwicklung der enossalen Implantate erreicht werden. Aus Erfahrungen der Insertion von Zahnimplantaten aufbauend, entwickelten die Professoren Brånemark (Göteborg), Roßbach (Hannover) und Jüde (Hamburg) die Möglichkeiten der extraoralen Versorgungen. Parallele Entwicklungen damals völlig neuartiger medizinischer Silikone erlaubten erstmals nicht nur eine sicherere Fixation der Epithesen – sondern auch die patientenfreundliche Umsetzung in hautverträgliche, weiche und angenehm zu tragende Versorgungen. In der Vorzeit musste man sich mit Versorgungen aus Holz, Metall, Elfenbein, Schellack, Gelatine – und später aus harten Kunststoffen begnügen. Frühe Anfänge: Die ältesten Prothesen datieren bis ca. 950–700 v. Chr. zurück (z. B. ein hölzerner Zehenersatz aus Ägypten). Lange Zeit bestanden Prothesen aus einfachen Materialien wie Holz, Metallen, Leder oder Gelatine. Innovationsmotor Kriege: Der Erste Weltkrieg trieb die moderne plastische und rekonstruktive Chirurgie sowie die Kiefer-Gesichts-Prothetik massiv voran. In den 1890er Jahren entwickelte Carl Nicoladoni wegweisende Techniken zum Ersatz von Daumen durch Zehentransplantationen. Mikrochirurgie: Seit den 1960er Jahren ermöglicht die Mikrochirurgie von Nerven und Gefäßen präzisere chirurgische Eingriffe zur Vorbereitung möglicher Prothesenaufnahme. Implantologie: Seit den 1980er Jahren ergaben sich ganz neue Möglichkeiten durch die Weiterentwicklung der ursprünglichen Zahnimplantate hin zu extraoralen Versorgungs-optionen mit neuartigen medizinischen Silikonen. Einzelimplantate und Plattenimplantate bieten ein breites Spektrum für eine hochwertige und zeitgemässe Patientenversorgung. Die adäquate und unauffällige Versorgung der betroffenen Patienten setzt eine gute und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachrichtungen HNO, MKG, Plastikern, Dermatologen und Epithetikern voraus. Neben den bildgebenden Verfahren, wird Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend in die Operationsplanung integriert, um die Passgenauigkeit von Implantaten und Epithesen bereits vor dem Eingriff zu simulieren. Mit regenerativer Medizin und Tissue Engineering zielt die Forschung darauf ab, künstliche Prothesen zunehmend durch gezielte Geweberegeneration zu ergänzen oder auch teilweise zu ersetzen. Funktionelle Integration: Zukünftige Entwicklungen konzentrieren sich auf eine noch engere Kopplung zwischen Prothese und Körper z.B. durch verbesserte osseointegrierte Implantate, um eine natürlichere Haptik und Funktion zu gewährleisten. Führende Forschungseinrichtungen so das internationale `Fraunhofer Institut´ kooperieren eng mit dem `Deutschen Bundesverband der Epithetiker´ in Hamburg in der Entwicklung von praxistauglichen 3D-Innovationen für den Fachbereich der `Chirurgische Prothetik und Epithetik´

Referent: 

  • Sylvia Dehnbostel
  • Sylvia Dehnbostel verfügt über einen vielseitigen medizinischen und künstlerischen Fachhintergrund, der ihre langjährige Tätigkeit in der Epithetik prägt. Nach ihrer Ausbildung zur Arzthelferin und anschließender Tätigkeit in einer Facharztpraxis in der Schweiz absolvierte sie von 1979 bis 1982 die Ausbildung zur Krankenschwester an der Universitätsklinik Basel. Parallel dazu studierte sie an der Kunstschule Basel.
  • Im Anschluss arbeitete sie in der chirurgischen und plastisch-chirurgischen Abteilung und vertiefte ihr künstlerisches Fachwissen in einem berufsbegleitenden Aufbaustudium mit den Schwerpunkten anatomische Gestaltung, Modellation und Farblehre. Von 1985 bis 1989 war sie als medizinische Assistentin und Ausbilderin für Krankenschwestern im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts dreier Schweizer Kliniken tätig.
  • 1989/90 spezialisierte sich Sylvia Dehnbostel international auf die Epithetik und Implantatversorgung, unter anderem an der Universität Göteborg in Schweden sowie am Epithetik-Institut in Boston, USA. 1990 gründete sie das „Institut für Epithetik“ in der Schweiz und Deutschland. 1994 folgte die erste europaweite Zertifizierung nach den DIN-EN-ISO-Normen.
  • Ihre Expertise erweiterte sie kontinuierlich: 1997 wurde sie durch das Tracy College International Institut in der Schweiz zur Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation von Patienten akkreditiert. 2010 erwarb sie die Zertifizierung zur „Zertifizierten Epithetikerin dbve“. 2018 ergänzte sie ihr Qualifikationsprofil durch die Zusatzzertifizierung „Augenprothesen aus Kunststoff“.
  • Heute verbindet Sylvia Dehnbostel medizinisches Fachwissen, anatomisches Verständnis, künstlerische Gestaltung und langjährige praktische Erfahrung zu einer ganzheitlichen Expertise auf dem Gebiet der Epithetik.

Einrichtung / Institut / Klinik: 

  • Institut für Epithetik – Dehnbostel & Tesoro GbR
  • Harburger-Heerstr. 27
  • 29223 Celle, DE

Co-Autoren: 

  • Tina Tesoro, Laura Zerres, Falk Dehnbostel

Andere Programmpunkte: