I.A.S.P.E.

Int. Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik e.V.

  • Vortrag

Am 10.10.2026 um 10:00 Uhr

(V-14) „Sofortige chirurgische Rhinotomieprothesen; Verwendung eines rein digitalen Arbeitsablaufs“

Referent: Jason Watson I Nottingham, UK

Zusammenfassung:

Chirurgisch bedingte Mittelgesichtsdeformitäten gehören zu den am schwierigsten zu kaschierenden Deformitäten und haben zudem unmittelbar nach der Operation erhebliche Auswirkungen auf die Patientenanatomie. Der Konturverlust im Mittelgesicht lässt sich nicht ohne Weiteres durch Wundverbände verbergen. Bei älteren Brillenträgern kann es außerdem zu funktionellen Beeinträchtigungen kommen. In Großbritannien verwenden die meisten Kliniken einfache Konturverbände, die üblicherweise aus thermoplastischem Material bestehen und während der Operation mit Klebeband fixiert werden. Diese Verbände sitzen schlecht und bestehen meist aus einem transparenten oder rosafarbenen thermoplastischen Dentalmaterial, das anschließend mit Klebeband abgedeckt werden muss, um die mangelnde Hautverträglichkeit zu kaschieren. Wir präsentieren unsere Erfahrungen aus Nottingham, wo wir einen rein digitalen Workflow (Digitalfotos – MIMCS – Freeform) zur Simulation der chirurgischen Deformität und zur Bereitstellung einer sofortigen intraoperativen Prothese eingesetzt haben. Dies ist eine kleine retrospektive Studie mit dem Feedback von sechs Patienten (21–72 Jahre). Das Feedback der Patienten war überwiegend positiv. Ein Patient bemängelte das zur Fixierung der Prothese und zur Kaschierung des Randes verwendete Klebeband. Das Verfahren ermöglicht die Herstellung einer einfachen Prothese, die ohne Anwesenheit des Patienten fertiggestellt und im OP-Saal leicht angepasst (zugeschnitten) werden kann. Es ist besonders nützlich, wenn Patienten vor der Überweisung in Ihre Klinik in anderen Krankenhäusern oder in anderen Teilen des Landes operiert wurden.

Referent: 

  • Jason Watson
  • Bio:
    Meine Ausbildung absolvierte ich in Sheffield (1991–2002); heute leite ich die Abteilung am regionalen Zentrum für Onkologie und Schwerstverletztenversorgung des Nottingham University Hospitals Trust (seit 2002). Seit 2004 engagiere ich mich in der Entwicklung der additiven Fertigung und des 3D-Drucks. Im Jahr 2005 erhielt ich erfolgreich Fördermittel (900.000 £) für die Entwicklung von 3D-Design-Tools in der Gesichtsprothetik und führte 2008 als Erster den hausinternen 3D-Druck in einem britischen Krankenhaus ein.
  • Ich habe den Berufsstand durch zahlreiche nationale Aus- und Weiterbildungsinitiativen unterstützt und war 16 Jahre lang in verschiedenen Funktionen – unter anderem als Vorsitzender – im Rat des britischen Berufsverbands IMPT tätig. Es war mir eine große Ehre, von Professor Federspiel die Ehrenmitgliedschaft der IASPE für meine langjährigen Beiträge zu deren Veranstaltungen entgegenzunehmen.
  • Ich gehörte zum Autorenteam für den MSc-Studiengang „Reconstructive Science“ (2010–2012) und war maßgeblich an der Finalisierung des „Scientist Training Programme“ in Großbritannien beteiligt. Zudem fungierte ich als leitender Autor für das klinische Promotionsprogramm (Clinical Doctorate) sowie den Ausbildungsweg zum leitenden Spezialisten (Consultant) im Bereich „Reconstructive Science“ (2016–2017). Ich habe mehr als 25 begutachtete Fachartikel und Buchkapitel veröffentlicht. Als erster auf Kiefer- und Gesichtsprothetik spezialisierter Fachmann hielt ich 2021 die renommierte „President’s Lecture“ auf dem Kongress der British Association of Oral & Maxillofacial Surgeons. Zudem war ich der erste britische Spezialist auf diesem Gebiet, der sowohl die neue Prüfung für klinische Wissenschaftler als auch den Ausbildungsweg zum „Consultant Clinical Scientist“ in der „Reconstructive Science“ erfolgreich absolvierte. Bislang haben nur zwei britische Spezialisten für Kiefer- und Gesichtsprothetik beide Verfahren erfolgreich durchlaufen.
  • Ich halte Vorträge bei nationalen und internationalen Fortbildungen für Chirurgen, Epithetiker, Prothetiker und Wissenschaftler. In jüngster Zeit habe ich die Initiative geleitet, unsere fachliche Basis von einem reinen Schwerpunkt in der Zahntechnik hin zu einem breiteren Fundament aus Wissenschaft und Ingenieurwesen zu erweitern. Ich bin davon überzeugt, dass dies die Zukunft ist; wir müssen uns an den Wandel anpassen, um den Anforderungen unserer Patienten und Nutzer gerecht zu werden. Dazu gehört eine breiter aufgestellte, digital orientierte Belegschaft mit vielfältigen Kompetenzen, die über unsere traditionellen Ausbildungswege hinausgehen.

Einrichtung / Institut / Klinik: 

  • Nottingham University Hospitals Trust 
  • Queens Medical Centre 
  • Maxillofacial Department 
  • Nottingham UK

Andere Programmpunkte: