
Am 10.10.2026 um 14:30 Uhr
Referent: Andreas Velten I Berlin, DE
Die rasche Verbreitung additiver Fertigungsverfahren eröffnet neue Möglichkeiten in der Epithetik: Ziel ist die Verbesserung von Passgenauigkeit, Ästhetik, Reproduzierbarkeit und Herstellungszeiten bei gleichzeitiger Reduktion der Produktionskosten. Methodisch werden digitale Arbeitsabläufe beschrieben, die dreidimensionale Scans der Defektzone, computergestützte Modellierung (CAD) und selektives Schichtbauverfahren (SLA/DLP/FDM/PolyJet) integrieren. Materialanforderungen—Biokompatibilität, Farb- und Texturmöglichkeiten sowie mechanische Eigenschaften—werden diskutiert; ergänzende Nachbearbeitungsschritte wie Oberflächenbearbeitung und Silikon‑Vulkanisation sind Teil des Prozesses. Erste Fallbeispiele zeigen, dass digital gefertigte Formhilfen und Prothesenbasen die Anpassungszeit beim Patienten deutlich verkürzen und eine höhere Reproduzierbarkeit gegenüber rein manuellen Techniken ermöglichen. Limitationen betreffen derzeit Materialfarben, Langzeitstabilität und Kosten für hochwertige Druckmaterialien sowie regulatorische Anforderungen. Abschließend werden Perspektiven skizziert: standardisierte digitale Workflows, individualisierte Farbmischungen, hybride Fertigungsansätze und interdisziplinäre Ausbildung können die Patientenversorgung verbessern. Die Einführung von 3D‑Druck in der Epithetik hat somit das Potenzial, klinische Prozesse zu modernisieren und die Lebensqualität betroffener Patienten nachhaltig zu steigern.

