I.A.S.P.E.

Int. Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik e.V.

  • Vortrag

Am 09.10.2026 um 11:30 Uhr

(V-2) Wenn konventionelle Wege enden – Komplexe Gesichtsepithese ohne Implantate im digitalen Zeitalter

Referent: Jörn Brom I Heidelberg, DE

Zusammenfassung:

Vorgestellt wird die epithetische Versorgung einer Patientin (Jahrgang 1974) nach mehrfachen operativen Eingriffen und Bestrahlung aufgrund eines im August 2011 erstmals diagnostizierten adenoid-zystischen Karzinoms der linken Gesichtshälfte. Der Behandlungsverlauf war durch komplexe Wundverhältnisse mit ausgeprägten Wundheilungsstörungen sowie den Verlust eines Großteils der eingebrachten Transplantate und Vollhauttransplantate geprägt.

Der großflächige Defekt, fehlende geeignete knöcherne Strukturen sowie das deutlich erhöhte Risiko im vorbestrahlten Gewebe schlossen eine implantatgetragene Versorgung aus.

Eine besondere Herausforderung stellte bereits die Erfassung der Defektsituation dar, da eine konventionelle Abformung nicht möglich war. Anhand eines Feinschicht CTs konnte die anatomische Situation

digital dargestellt und als 3-D Modell gedruckt werden. 

Die Befestigung der Epithese erfolgte durch eine zweiteilige Versorgung mit magnetischer Retention, bei der ergänzend Materialien aus der Orthopädietechnik zum Einsatz kamen.

Durch die Spiegelung der gesunden Gesichtshälfte nach einem Gesichtsscan konnten die fehlenden Gesichtskonturen digital rekonstruiert und damit eine wesentliche Grundlage für die weitere Gestaltung der Epithese geschaffen werden.

Der Vortrag zeigt den gesamten klinischen und technischen Workflow und verdeutlicht, wie digitale 3D-Technologien, klassische Verfahren der Epithesenherstellung und individuelle Retentionskonzepte in einem hybriden Workflow kombiniert werden können.

Referent: 

  • Jörn Brom

Einrichtung / Institut / Klinik: 

  • Brom Epithetik Heidelberg

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